Männer 1: Sieg in den finalen Sekunden

Der TV Oeffingen kann in der Landesliga auswärts in Großbottwar punkten – 28:27.

Der TV Oeffingen bleibt in der Handball-Landesliga weiterhin Tabellenführer. Auch nach dem fünften Spieltag ist die Mannschaft um Trainer Pascal Diederich ohne Punktverlust. In dieser Partie waren aber bei den Gästen gute Nerven gefragt, ehe der 28:27-Auswärtssieg (14:14) am Samstagabend beim Team der Handballregion Bottwar SG feststand. „Ein Unentschieden wäre für den Gegner sicher verdient gewesen, aber wir freuen uns natürlich über die zwei Punkte“, sagte Pascal Diederich.

Seine Mannschaft tat sich in Großbottwar über weite Strecken des Spiels sehr schwer und lag 20 Minuten vor dem Ende noch mit vier Toren Differenz im Rückstand (16:20). „Ich habe trotzdem immer an unsere Chance geglaubt, weil ich mein Team genau kenne und weiß, dass es nie aufgibt“, sagte der Oeffinger Trainer. Belohnt wurden die Gäste schließlich nach einer gelungenen Aufholjagd in den letzten eineinhalb Minuten der Partie: Zunächst brachte Fabian Raich die Oeffinger 71 Sekunden vor Schluss mit 27:26 in Führung, allerdings folgte kurz darauf auch schon 14 Sekunden vor der Sirene der Ausgleich von Alexander Schäfer, der damit das 14. Mal in diesem Spiel traf.

Zum Schluss gewannen aber dann doch die Spitzenreiter, nachdem Pascal Diederich eine Auszeit genommen und den abschließenden Angriff mit seiner Mannschaft besprochen hatte. Sieben Sekunden vor Schluss kam Maximilian Wögerer frei zum Wurf und stellte mit seinem einzigen Treffer des Tages den 28:27-Endstand sicher. „Das war die Belohnung für eine gute Teamleistung. Dass wir zwischendurch im Rückstand lagen, war nicht notwendig, aber wir brauchen diese Dramatik manchmal, sonst fehlt uns etwas“, sagte Pascal Diederich, der nach dem Spiel durchgeschwitzt und glücklich war, sich aber auch ärgerte: Marius Stolper und Florian Probst waren von den Schiedsrichtern mit Roten Karten vorzeitig zum Duschen geschickt worden.

TV Oeffingen: Schreiner, Gerner - Raich (5), Bauer (4), Hohmann (4), Probst (3/1), Claren (3), Westhauser (2/2), Bürkle (2), Lang (2), Wögerer (1), Bastian Treiber (1), Stolper (1), Montanaro.

© Fellbacher Zeitung (hal), 21.10.2019. Die inhaltlichen Rechte bleiben dem Verlag vorbehalten. Nutzung der journalistischen Inhalte ist ausschließlich zu eigenen, nichtkommerziellen Zwecken erlaubt.



Das schreibt der Gegner:

Die HABO zieht den Kürzeren


Die Landesliga-Handballer der HABO SG unterliegen dem Tabellenführer TV Oeffingen in einem kampfbetonten Spiel unglücklich mit 27:28 (14:14).


Genau 57:06 zeigte die Uhr am Samstagabend in der Wunnensteinhalle an, als Max Körner von der Siebenmeterlinie zur viel umjubelten 26:25-Führung der HABO SG traf. Minutenlang war das Spiel gegen den TV Oeffingen zuvor unterbrochen worden, weil HABO-Kreisläufer Florian Rempfer verletzt im gegnerischen Kreis lag und behandelt werden musste, bevor er mit Kühlpack auf dem Ellbogen und schmerzverzerrtem Gesicht das Spielfeld verließ. Rempfers Gegenspieler, Simon Bauer, kam derweil mit dem sprichwörtlichen blauen Auge davon. Statt wie zwei seiner Mitspieler zuvor die rote Karte zu sehen, musste er nur zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen und damit auch keine Sperre befürchten. „Völlig zu Unrecht“, wie HABO-Coach Jürgen Buck fand, denn der Zeitstrafe war ein „absolut gesundheitsgefährdendes Foul“ vorangegangen.

Das 26:25 sollte dann die letzte Führung der HABO an diesem Abend bleiben. Denn: Statt die Überzahl-Situation zu ihren Gunsten auszunutzen, kassierte die HABO nur 26 Sekunden später erst viel zu leicht den Ausgleich, als Oeffingens Lars Claren fast ungehindert durch den Neunmeterraum spazierte. Dann fand der eingelaufene Rechtsaußen Fabian Raich eine Lücke in der Buffalos-Abwehr und traf vom Kreis zum 26:27. Jürgen Buck reagierte und nahm 44 Sekunden vor Schluss noch einmal eine Auszeit, die unmittelbar ihre Wirkung zeigte: Obwohl die Gäste HABO-Rückraumspieler Eric Pfitzenmaier in Manndeckung nahmen und damit einen Moment für Unruhe im HABO-Angriff sorgten, fand Alexander Schäfer, der mit 14 Treffern an diesem Tag mit Abstand beste Torschütze, einen Weg durch die Gäste-Abwehr und markierte 14 Sekunden vor Schluss den 27:27-Ausgleichstreffer. Wäre hier Schluss gewe-sen, hätten sich beide Teams wohl nicht beschwert. Aber auch die Oeffinger nutzen die nun folgende Auszeit, um sich auf den letzten Angriff einzustimmen. Der große Max Wögerer war es, der sich mit vollem Körpereinsatz durch die Abwehr tankte und den TV zum 28:27-Sieg schoss.

Ein Wechselbad der Gefühle, das ordentlich Nerven kostete und selbst nach Aussage von Oeffingens Trainer Pascal Diederich „ein glückliches Ende“ für die Gäste nahm. Denn: In Halbzeit eins war es eher die HABO, die meist ein oder zwei Tore vorlegte, bevor die Gäste nachzogen und es mit einem 14:14 in die Kabinen ging. Auch nach der Pause erwischte die HABO den besseren Start und zog innerhalb von sieben Minuten auf 19:15 davon. „Dann haben wir uns weiter Torchancen herausgespielt, die Tore aber einfach nicht mehr gemacht“, analysierte Jürgen Buck und fügte an: „Es haben sich wieder zu viele Fehler eingeschlichen. Wir wussten, dass diese Phase kommen würde und wollten diese eigentlich verkürzen. Unsere Verteidigung war in dieser Phase auch einfach nicht mehr so präsent.“ So kämpften sich die Oeffinger heran. In der 49. Minute gelang ihnen der 21:21-Ausgleich, beim 24:25 vier Minuten vor Schluss lagen sie wieder in Front, Bevor es in die nervenaufreibende Schlussphase ging und die HABO am Ende den Kürzeren zog.

HABO SG: Wien, Zügel – Eckstein (2), Schäfer (14/6), Gohl (1), Körner (2), Klumpp, Weller, Schädlich, Fähnle, Mustata (1), Leistner (2), Rempfer (1), Pfitzenmaier (4).

© Marbacher Zeitung (Tanja Schaaf), 21.10.2019. Die inhaltlichen Rechte bleiben dem Verlag vorbehalten. Nutzung der journalistischen Inhalte ist ausschließlich zu eigenen, nichtkommerziellen Zwecken erlaubt.


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